Köpfe

Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Brandenburg

Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Brandenburg und ein Forscherteam haben das MPEG Audio Layer-3, vielen wahrscheinlich besser bekannt als MP3, erfunden.
(Stand 24. Aug. 2009)

„Als Jugendlicher habe ich gerne Bücher über Edison und Co., über die großen Forscher und Entdecker gelesen.“

Alter: 55

Werdegang: 
Schulausbildung: Humanistisches Gymnasium in Erlangen, Abitur 1973
Studienrichtung: Elektrotechnik und Mathematik, Diplome in 1980 und 1982
Studienort: Erlangen
Abschluss: Dr.-Ing. für Elektrotechnik, Dipl.-Ing. für Elektrotechnik, Dipl.-Mathematik

Berufliche Stationen:

  • 1982 bis 1989 wissenschaftl. Mitarbeiter Uni Erlangen/Nürnberg
  • 1989 bis 1990 AT&T Bell Laboratories in Murray Hill (USA) 
  • 1990 bis 1993 akadem. Rat auf Zeit an der Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen, ab dieser Zeit auch Lehrtätigkeit 
  • 1993 bis 2000 Abteilungsleiter für Audio- und Multimediatechnik am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen 
  • seit 2000 Inhaber des Lehrstuhls für Elektronische Medientechnik Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau (frühere Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie AEMT)
  • 2004 gründete er das Institut das Fraunhofer-Spin off IOSONO GmbH in Ilmenau, welche sich auf dreidimensionalen Sound und Wellenfeldsynthese und Produkte für Kinos, Tonstudios und vieles mehr spezialisiert hat.

Welchen Beruf üben Sie momentan aus? In welchem (Forschungs-)Gebiet arbeiten Sie zur Zeit?
Ich leite das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau. Unser Hauptziel ist die Entwicklung neuer Medientechnologien für professionelle Märkte und für den Unterhaltungssektor. Außerdem bin ich Professor an der Technischen Universität Ilmenau.

Wie wurde Ihr Interesse an der Informatik geweckt? Was sind Ihre ersten (aktiven) Erfahrungen mit Informatik?
Rechner haben mich fasziniert, seit ich als Schüler Programme in Algol entwerfen durfte, die dann (über Lochstreifen) auf einer Zuse Z23 gerechnet wurden.

Wie wurde Ihr Interesse für den Beruf bzw. das Gebiet geweckt? Hatten/haben Sie selber ein „Informatik-Vorbild“ - wenn ja, wen und warum?
Über das Elektrotechnik- und Mathematikstudium und die Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg bin ich in die Forschung an Audiothemen "gerutscht". Als Jugendlicher habe ich gerne Bücher über Edison und Co., über die großen Forscher und Entdecker gelesen. Als Vorbilder haben mir diese Leute aber damals nicht getaugt, sie waren eine Nummer zu groß.

Was war Ihr größter Erfolg in Ihrem Beruf?
Die Erfindung die ich in meiner Laufbahn als am bedeutendsten einstufen möchte, ist zweifelsohne die Erfindung des MPEG Audio Layer-3, vielen wahrscheinlich besser bekannt als MP3. Ich muss jedoch dazu sagen, dass nicht ich allein diese Erfindung geschaffen habe, sondern dass dies zusammen mit einem Forscherteam zu meiner Zeit an der Universität in Erlangen mit einem Team am Fraunhofer-Institut in Erlangen geschehen ist. 
Im Jahr 2000 habe ich gemeinsam mit meinen Erlanger Kollegen Bernhard Grill und Harald Popp für diese Erfindung und ihre wirtschaftliche Durchsetzung den Deutschen Zukunftspreis erhalten.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit am meisten?
Zu sehen und mitzumachen, wie Neues entsteht, wie bisher für unmöglich gehaltende Technologien entstehen…das fasziniert mich immer wieder. Dabei finde ich toll, wie Menschen zusammenarbeiten, wie im Team Dinge entstehen, die ein Einzelner/eine Einzelne nie schaffen würden.

Allgemeine Fragen zum Beruf / zu Ihren Forschungen:
In welchem Rahmen ist Informatik für Ihren Beruf notwendig?

Informatik ist eines der Grundlagenfächer für unsere Arbeiten, also einfach Vorraussetzung.

Welche Informatik-Systeme bzw. -Werkzeuge (Software, Kommunikationsgeräte,...) nutzen Sie für Ihre Arbeit?
All die üblichen Dinge: PC, E-Mail, Kalender auf dem Rechner und PDA, Textverarbeitung etc. Dazu kommen noch LaTeX für wissenschaftliche Veröffentlichungen und (mittlerweile weniger für mich selber) Simulationswerkzeuge wie Matlab bzw. Programmiersprachen.

Nennen Sie drei wichtige Voraussetzungen für Ihren Beruf? 
1. Neugier 
2. Ausdauer (sich nicht durch Probleme und Fehler entmutigen zu lassen) 
3. keine Angst vor Mathematik

Fragen zur Forschungseinrichtung: 
Name: Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT 
Branche: Angewandte Forschung
Kurze Beschreibung der Forschungseinrichtung: 
Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT forscht und entwickelt in den Gebieten, die wegweisend für die Zukunft der professionellen Audiotechnik und der Unterhaltungselektronik sind.
Dazu gehören neben der Implementierung der IOSONO Wellenfeldsynthese in Audiowiedergabesysteme auch die Forschung an Metadaten-Technologien sowie die Entwicklung spezieller Audio-Applikationen und Anwendungen für die Medizintechnik. Darüber hinaus erarbeiten die Forscher Konzepte und Geschäftsmodelle zum Vertrieb virtueller Güter und entwickeln spezielle Anwendungen für den Lern- und Trainingsbereich.

Kontaktdaten: 
URL: http://www.idmt.fraunhofer.de
E-Mail-Adresse: info@idmt.fraunhofer.de
Post-Adresse: Ernst-Abbe-Zentrum, Ehrenbergstr. 29, 98693 Ilmenau
Telefonnummer: 03677/69 43-4
Fax-Nummer: 03677/69 43-99

 

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